14. Juni 2026 – Nach dem verregneten Auftakt in Richtung Liechtenstein und dem darauffolgenden Tag voller Kontraste – vom kühlen San Bernardino Pass bis zur schwülen Hitze am Lago d‘Orta – stand für uns fest: Tag 3 gehört ganz und gar der Erholung. Keine Kilometer, keine Pässe, kein Zeitplan. Nur wir, der See und die italienische Sonne.

☀️ Wettercheck entlang der Route (14.06.2026)

Etappe Bedingungen Temperatur Risiken
Camping Orta – Vormittag 🌤️ Sonnig, leicht bewölkt 18–22 °C Keine, entspanntes Ausschlafen
Camping Orta – Mittag ☀️ Sonnig, klar 24–27 °C Sonnenschutz empfehlenswert
Lago d‘Orta – Nachmittag (Baden) ☀️ Sonnig, sehr warm 27–29 °C Hohe UV-Belastung am Wasser
Camping Orta – Abend 🌙 Klar, lau 20–23 °C Keine, angenehmer Ausklang

Ausschlafen ohne schlechtes Gewissen

Zum ersten Mal auf dieser Reise blieb der Wecker aus. Kein Blick auf die Wetter-App, kein Packen der Taschen, kein Blick auf die GPX-Route für den Tag. Wir ließen uns einfach Zeit – ein Luxus, den man sich bei einer dreiwöchigen Motorradreise bewusst gönnen muss, auch wenn es in den Fingern kribbelt, wieder auf die Maschine zu steigen.

Camping Orta am Ufer des Lago d‘Orta erwies sich als perfekter Ort für genau diesen Ruhetag. Der Platz liegt ruhig, schattig unter hohen Bäumen, und nur ein paar wenige Schritte vom Wasser entfernt. Genau das, was Körper und Kopf nach zwei intensiven Fahrtagen brauchten.

Technik-Pause: Die Mia App wieder zum Laufen bringen

Ein Ruhetag bedeutet aber nicht, dass gar nichts zu tun ist. Meine Frau und ich nutzten die freie Zeit, um endlich ihr Handy neu mit der Moto Guzzi V85 TT zu verbinden. Die Mia App – Moto Guzzis eigenes Connectivity-System – hatte seit dem Start der Reise gestreikt und zeigte weder Navigation noch Fahrdaten zuverlässig an.

Nach etwas Herumprobieren mit Bluetooth-Kopplung und einem Neustart der App auf dem Handy funktionierte die Verbindung schließlich wieder einwandfrei. Ein kleiner, aber wichtiger Erfolg – gerade auf einer langen Tour ist es entscheidend, dass Navigation und Fahrzeugdaten zuverlässig funktionieren.

Praktischer Tipp für andere Moto-Guzzi-Fahrer: Solltet ihr ähnliche Verbindungsprobleme mit der Mia App haben, hilft oft ein kompletter Neustart sowohl des Handys als auch der App, kombiniert mit dem erneuten Löschen und Neuanlegen der Bluetooth-Kopplung. Auf langen Reisen lohnt es sich, dies gleich an einem ruhigen Tag zu erledigen, statt es auf der Strecke zu riskieren.

Baden im Lago d‘Orta

Der Nachmittag gehörte dann ganz dem See. Das Wasser des Lago d‘Orta war angenehm temperiert, deutlich wärmer, als wir es von den Alpenseen gewohnt waren. Wir ließen uns einfach treiben, schwammen ein wenig und genossen den Blick auf die bewaldeten Hügel rund um den See sowie die kleine Insel San Giulio, die wie ein Gemälde mitten im Wasser liegt.

Kein Motorengeräusch, kein Helm, keine Handschuhe – nur das leise Plätschern des Wassers und die Wärme der Nachmittagssonne auf der Haut. Nach den kalten, nassen Handschuhen vom ersten Tag und dem Adrenalin des San Bernardino Passes am zweiten Tag war das genau der Ausgleich, den unser Körper brauchte.

Ein Tag ohne Ziel – und genau deshalb wichtig

Rückblickend war Tag 3 einer dieser Tage, die man auf einer langen Motorradreise leicht unterschätzt. Kein Pass, keine spektakuläre Aussicht, keine neue Grenze – und trotzdem genauso wichtig wie die actionreichen Etappen davor. Wer eine mehrwöchige Tour plant, sollte solche Pausentage von Anfang an fest einplanen, statt sie nur spontan einzuschieben, wenn der Körper streikt.

Unser Tipp für eure eigene Reiseplanung: Baut nach anstrengenden oder wetterintensiven Etappen bewusst Pufferzeiten ein – sei es für Technik-Checks, Wäsche waschen, oder einfach nur, um am See zu liegen und nichts zu tun.

Erholt und mit vollem Akku – sowohl bei uns als auch bei der Mia App – ging es am nächsten Tag weiter. Wohin uns die Sommertour 2026 als Nächstes führt, erfahrt ihr im nächsten Beitrag!


👉 Ihr wollt keine Etappe der Sommertour 2026 verpassen? Hier geht‘s zur Gesamtübersicht aller 22 Tage.


Ralf

Geboren 1978 in Freital, erwarb ich zunächst meinen Realschulabschluss und schloss danach eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker erfolgreich ab. Es folgte eine Phase der Selbstständigkeit, in der ich wertvolle unternehmerische Erfahrungen sammeln konnte. Parallel bzw. im Anschluss qualifizierte ich mich berufsbegleitend zum Netzwerktechniker an der Fernschule Weber. Seit einiger Zeit bin ich als Teamleiter im ibis Dresden Zentrum tätig und verantworte in dieser Position die Führung meines Teams.